Die 48.38 km lange Linie Winterthur – Koblenz wurde am 1. August 1876 von der NOB eröffnet. Sie wird am 1. August 2026 150 Jahre alt.
War die Eisenbahn ursprünglich hauptsächlich ein Mittel für den rationellen Gütertransport, so wandelte sich das Angebot im hier besprochenen Zeitraum markant weg von (Stück)-Gütern und hin zur Personenbeförderung, auch wenn diese Entwicklung nicht immer ganz gradlinig verlief.
Ein paar Fakten zur Linie
- heute gibt es keinen Schnellzug mehr zwischen Winterthur und Basel
- die Strecke ist Teil der beiden Tarifverbunde A-Welle (Aargau) und Zürcher Verkehrs-Verbund;
drei S-Bahn-Linien bieten einen Halbstunden- bzw. Stundentakt an. Sogar grenzüberschreitend
besteht eine Zusammenarbeit (Hochrhein-Ticket). - die S-Bahn verkehrt mit modernen Triebwagen
- die Stationen und Haltestellen werden an diese Triebwagen angepasst (P55; Barrierefreiheit)
- Stationen abseits der Siedlungskerne wurden aufgehoben und durch siedlungsnahe Haltestellen
ersetzt - der Betrieb ist stark automatisiert und wird weitgehend gesteuert von der Betriebszentrale
Ost in Zürich-Flughafen. Von dort wird der Bahnverkehr der Region Ost gesteuert. Das Gebiet
umfasst das Kernnetz der S-Bahn Zürich und die gesamte Ostschweiz . Die BZ Ost steuert somit
rund einen Drittel des gesamten Verkehrs in der Schweiz. - grosse Industriebetriebe stellten die Produktion ein. Anschlussgleise wurden stillgelegt oder
aufgehoben. Neue Betriebsstätten sind auf Strassentransport ausgelegt. - Blockzüge von den Rheinhäfen zum Flughafen Zürich verkehren täglich; im Herbst auch einige
Züge mit Zuckerrüben nach Frauenfeld. Ferner dient die Strecke als Ausweichroute bei Bedarf. - der (Stück)-Güterverkehr war stark rückläufig, was dessen Einstellung zur Folge hatte bei
gleichzeitiger massiven Zunahme des Strassenverkehrs. - Stationen mit nicht mehr benötigten Güterschuppen oder freistehende Güterschuppen wurden
umfunktioniert, vermietet oder verkauft. - Niveau-Uebergänge wurden weitgehend eliminiert.
- trotz geringer Frequenzen wurde die Linie nicht stillgelegt
- es sind regionale Bemühungen im Gang, die Linie Winterthur – Basel wieder durchgehend zu
bedienen. Gleichzeitig leistet die Schweiz einen substantiellen Beitrag an die Elektrifizierung
der deutschen Hochrheinbahn zwischen Basel und Erzingen (vgl. Anhang). Bereits elektrifiziert
hat die Schweiz die Linie zwischen Koblenz und Waldshut.
*Quellenhinweis: Text editiert aus Buch: «150 Jahre Winterthur – Koblenz 1876 – 2026, die dritten 50 Jahre» erschienen bei der HVBZ und dem DSF
